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  Die Geschichte von Adam und Eva
 

Die Geschichte Adams und Evas wird im Qur’an erzählt. Obwohl sie in vieler Hinsicht dem gleicht, was in den Überbleibseln der vorherigen Schriften zu finden ist, so sind einige wichtige Pfeiler doch verschieden.

 

Gott tat den Engeln kund, dass Er eine neue Spezies auf die Welt bringen würde. Gott erschuf Adam (u) indem er ihn aus Lehm formte. Er blies Adam (u) die Seele ein, lehrte ihm die Namen aller Dinge und erschuf von derselben Seele seine Frau Eva. Gott erlaubte ihnen, freien Willens im Paradies zu verweilen. Gott sagte den Engeln: „Werft euch nieder vor Adam“ (Sie taten dies als eine Art Respektserweisung, nicht um ihn anzubeten). Satan war unter den Engeln anwesend, aber er war keiner von ihnen. Er war ein Djinn[1], eine Rasse von Geschöpfen, die freien Willen besitzen und die Gott vor Adam (u) aus einer Feuerflamme ohne Rauch erschuf.

 

Als Gott den Engeln und denen, die bei ihnen waren befahl, sich vor Adam (u) nieder zu werfen, taten dies alle außer Satan, der sich aus Stolz und Arroganz weigerte, indem er behauptete besser zu sein als Adam (u), denn er selbst sei ja aus Feuer erschaffen wohingegen Adam (u) aus Lehm erschaffen wurde. Satan war also in Wirklichkeit der erste Rassist.

 

Satan fiel vor Gott in Ungnade. Gott, der alles Berechnende, tadelte ihn ob seines Ungehorsams, doch der verfluchte Satan bat Gott, ihm bis zum Tage des Gerichts (der Auferstehung) Aufschub zu gewähren, damit er Adam (u) und seine Nachkommen entwürdigen könne. Satan sagte: „Wahrlich, ich werde sie irreführen und wahrlich ich werde in ihnen eitle Wünsche erwecken.“

Gott garantierte ihm diesen Aufschub als eine Prüfung für die Menschheit. Gott weiß, was Satan nicht weiß. Es ist wichtig anzumerken, dass es Satan niemals möglich sein könnte, gegen Gott einen „Krieg“ zu führen, denn er ist, wie alles andere, ein Geschöpf Gottes. Satan existiert nur durch Gottes Willen, er ist absolut unter Gottes Gewalt. Wenn Gott nicht wollen würde, dass Satan oder seine Helfer existieren würden, dann würde sie nicht einmal für einen Augenblick in der Lage sein weiter zu existieren.

 

Der Islam gibt Satan keinen Anteil an Gottes Göttlichkeit. Er schreibt ihm keine gottähnlichen oder göttlichen Eigenschaften zu. Der Islam lehnt die Bemerkung ab, dass Satan gegen Gott in den Krieg zog und ein drittel der Paradiesschätze mit sich nahm. Satan ist der selbsterklärte Feind der Menschheit, doch er ist nur ein Geschöpf, das in seiner Existenz vollkommen von Gott abhängig ist.

 

Obwohl er stolz, verflucht und vor Gott in Ungnade gefallen ist, erfüllt Satan eine sinnvolle Aufgabe. Gott wollte, dass die Menschen die freie Entscheidung zwischen Gut und Böse haben. Er gewährte den Menschen die angeborene Fähigkeit, den Schöpfer zu erkennen und sich Ihm zuzuwenden. Der Mensch wird als von Natur aus gut angesehen, als im Zustand des Islam (Unterwerfung) Geborener. Satan und seine Gefährten befehlen Böses und stellen sich gegen das Gute, sie wollen die Menschheit weg vom Monotheismus, der Rechtschaffenheit und dem Weg Gottes zum Bösen und zur Götzendienerei irreführen, er ist der selbsternannte Feind der Menschheit.

Gott, der Allweise, lädt die Muslime dazu ein, Gutes zu gebieten und Schlechtes zu verbieten. Weil wir unseren freien Willen einsetzen, indem wir den Versuchungen Satans widerstehen, können wir Menschen eine hohe Stufe der Ehre erlangen.

 

Das nun folgende ist eine Zusammenfassung der Prüfung Adams und Evas im Paradies. Sie genossen vollkommene Freiheit und Glückseligkeit im Paradies. Gott teilte ihnen mit, dass sie die Früchte des Gartens je nach Lust und Belieben essen dürfen. Er verbot ihnen, sich einem Baum zu nähern und warnte sie, wenn sie dies nun täten, dann würden sie zu den Frevlern gehören. Satan kam und führte sie in Versuchung, indem er sagte, dass Gott ihnen lediglich verboten hätte, von diesem Baum zu essen, weil sie dies unsterblich machen würde oder weil sie wie die Engel sein würden. So wurden sie von Satan in Versuchung geführt und aßen vom Baum.

 

Adam und Eva schämten sich. Sie wandten sich Gott in aufrichtiger Reue zu und Gott, der Allvergebende, Allerbarmer und Barmherzige, vergab ihnen. Der Islam lehnt deutlich die Lehre der Erbsünde, oder die Aussage ab, dass alle Menschen aufgrund Adams Handlung als Sünder geboren werden. Kein Mensch soll jemals die Bürde eines anderen tragen (den Gott ist der Gerechte). Jeder Mensch ist verantwortlich für seine oder ihre eigenen Handlungen und wird als Muslim geboren, rein und frei von Sünden. Es ist wichtig zu erwähnen, dass der Islam Eva nicht für schuldig erklärt. Beide, Adam wie auch Eva, hatten einen freien Willen. Beide aßen vom Baum. Ihre Sünde und ihr Ungehorsam waren ein gemeinsames Vergehen. Der Islam lehnt den Gedanken ab, dass Frauen aufgrund Evas Sünde niederträchtige Versucherinnen seien oder mit der Bürde der Menstruation und der Geburtsschmerzen verflucht seien.

 

Gott verbannte Adam und Eva aus dem Paradies und sah vor, dass sie auf Erden hausen sollen. Gott sagte bereits den Engeln vorab, dass Er ein neues Geschöpf auf die Erde setzen werde. Die Erde ist es, wo Gott in seinem zeitunabhängigen Wissen vom Zeitpunkt der Schöpfung an wollte, dass wir uns aufhalten.



[1] Die Djinn wurden vor Adam erschaffen, sie besitzen einen freien Willen. Ungehorsame Djinn sind Dämonen. Sie leben hier mit uns in einer Form, in der sie uns sehen können, wir sie aber nicht, außer wenn sie sich sichtbar machen wollen. Hexerei, die im Islam verboten ist, wird durch sie vollbracht.

 
   
 
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